Carlos Ghosn, Vorstandsvorsitzender und CEO von Nissan, hat am Donnerstag, 5. Januar 2017, auf der CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas die weiteren Schritte auf dem Weg zur Umsetzung der Ziele von Nissan im Bereich der Intelligent Mobility angekündigt. Dazu zählen Aspekte, wie Autos bewegt, mit Energie gespeist und in die Gesellschaft integriert werden können. Die Neuheiten im Überblick Nissan stellt die wegweisende Technologieplattform „Seamless Autonomous Mobility” (Nahtlose Autonome Mobilität), kurz SAM genannt, vor. Entwickelt auf Basis von NASA-Technologie, verknüpft SAM im Fahrbetrieb künstliche Intelligenz mit menschlicher Unterstützung. Dadurch sollen mehr autonome Fahrzeuge schneller auf die Straße gebracht werden. Als Partner des japanischen Software-Unternehmens DeNA wird Nissan Testreihen mit fahrerlosen Fahrzeugen starten. Zunächst erfolgen erste Tests in diesem Jahr in Japan in speziell ausgewählten Arealen mit Schwerpunkt auf der Entwicklung der Technologie. Für das Jahr 2020 zielt Nissan darauf ab, die Tests auszuweiten. Im Großraum Tokio sollen dann fahrerlose Fahrzeuge für Mobilitätsdienste kommerziell eingesetzt werden. Die nächste Generation des Nissan LEAF, die in naher Zukunft ihr Debüt hat, wird mit der ProPILOT Technologie für autonomes Fahren ausgestattet sein. Die Renault-Nissan Allianz intensiviert ihre Partnerschaft mit Microsoft. Ziel ist es, die Entwicklung und den Einsatz von vernetzten Technologien für Fahrzeuge voranzutreiben. Als ein Beispiel führt Nissan das Potenzial von Cortana an. Der virtuelle On-Board-Assistent soll das Fahren effizienter und angenehmer machen. Als erster Partner aus der Automobilbranche nimmt Nissan an dem von der Rockefeller-Stiftung geleiteten Projekt „100 Resilient Cities“ (100RC) teil. Die Städte werden unter anderem dabei unterstützt, die Grundlagen für autonomes Fahren, die Nutzung von Elektrofahrzeugen sowie für neue Dienstleistungen zu schaffen. Die Neuheiten im Detail Nissan Intelligent Mobility Die Weltgemeinschaft muss sich neuen Herausforderungen stellen – Folgen des Klimawandels, der sich verschärfenden Verkehrsprobleme, von Unfällen und Luftverschmutzung. Nissan verpflichtet sich, Verkehr und Individualmobilität sicherer, intelligenter und angenehmer zu machen. Und dabei das Ziel zu verfolgen, Emissionen und Verkehrsopfer auf null zu reduzieren. Erreicht werden soll das Ziel durch das Programm „Nissan Intelligent Mobility”. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das in die Zukunft zielt, aber keineswegs gerade erst begonnen hat. Während der vergangenen 20 Jahre hat das Unternehmen unzählige Innovationen eingeführt. Im Sinne der Philosophie „Mobilität für Alle” wurden viele dieser Innovationen demokratisiert, das heißt aus dem Luxussegment in den Volumenmarkt gebracht, so dass breite Zielgruppen davon profitieren. Nissan Intelligent Mobility umfasst drei Kernbereiche der Innovation, die neue Anregungen liefern, wie Autos zukünftig angetrieben, gefahren und in die Gesellschaft integriert werden. Nissan Intelligent Driving steht dabei für mehr Vertrauen durch erhöhte Sicherheit, Kontrolle und Komfort für alle Insassen. Grundelemente des autonomen Fahrens sind mit Assistenzsystemen wie dem Around-View Monitor und dem Intelligenten Spurhalte-Assistenten teils schon heute in den Fahrzeugen verbaut. Auch (teil)autonome Fahrsysteme sind bei Nissan bereits jetzt unter dem Begriff ProPILOT im Einsatz. Erstes Modell von Nissan mit ProPILOT ist der neue Serena. Gemeinsam mit dem Allianzpartner Renault verfolgt Nissan dabei einen klaren Ablaufplan zur Einführung dieser Technologie in zehn weiteren Allianz-Modellen in Europa, Japan und den Vereinigten Staaten bis 2020. Nissan Intelligent Power gestaltet das Fahren emissionsärmer und effizienter und damit für alle Kunden reizvoller. Nissan hat sich einem ganzheitlichen Ansatz verpflichtet. Ziel ist die Reduzierung von Emissionen gen null. Dazu soll die Effizienz konventioneller Verbrennungsmotoren auf ein Maximum gesteigert sowie fortschrittlichste Technologie für Elektrofahrzeuge eingesetzt werden. Die Entwicklung und Optimierung der ganzen Bandbreite von Antriebstechnologien wird fortgesetzt, um je nach Markt und Region eine passende Lösung anbieten zu können: Dazu zählen Elektrofahrzeuge, e‑Power (serielle Hybride) und Brennstoffzellen-Fahrzeuge. Jede Technologie ergänzt das Portfolio, ersetzt aber keine der anderen Technologien. Nissan Intelligent Integration bindet Fahrer und Fahrzeuge von Nissan in die vernetzte Gesellschaft ein. Die Fahrzeuge interagieren mit Menschen, anderen Fahrzeugen und der Straßeninfrastruktur. Damit trägt Nissan dazu bei, ein nachhaltiges Ökosystem zu schaffen. Staus reduziert, effizientere Car-Sharing-Formen gefunden, eventuell sogar Fahrzeuge ferngesteuert werden. All das trägt unterm Strich zu einem verbesserten Energiemanagement bei. Nissan Intelligent Mobility steht also nicht dafür, Menschen das aktive Fahrerlebnis zu nehmen. Es schafft Fahrzeuge, die ihre Fahrer „partnerschaftlich“, weil noch effektiver, unterstützen. SAM: Die ultimative Integration von autonomen Fahrzeugen in den Verkehr Der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) macht Fahrzeugsysteme intelligenter, reaktionsfähiger und verbessert ihr Potenzial bei der Entscheidungsfindung in komplexen Fahrsituationen. Dennoch ist der Punkt noch nicht erreicht, an dem Menschen darauf vertrauen können, dass Autos und deren Systeme stets die beste Entscheidung treffen oder die Lösung dafür parat haben, was in unvorhersehbaren Situationen zu tun ist. Ein Umstand, der eine klare Hürde markiert, die auf dem Weg in eine völlig autonome Zukunft des Fahrens noch zu überwinden ist. Auf Grundlage von NASA-Technologie entwickelt, wird Nissan mit Seamless Autonomous Mobility (Nahtlose Autonome Mobilität oder kurz SAM) ein Mobilitätssystem schaffen, in dem Millionen autonome Autos problemlos unterwegs sein können. Mit Hilfe von SAM können unvorhersehbare Situationen, die im Stadtverkehr jederzeit auftreten können, gemeistert werden: Unfälle, plötzliche Hindernisse oder Umgebungsänderungen, die ein autonomes Fahrzeug bislang nicht sofort erkennen kann. Und so arbeitet SAM: Stellen Sie sich vor, dass ein autonomes Fahrzeug im Stadtverkehr auf eine Unfallstelle trifft, an der ein Polizist den Verkehr per Handzeichen regelt. Möglicherweise führt er den Verkehr um das Hindernis herum, gegebenenfalls über doppelte durchgezogene Linien hinweg oder im Widerspruch zu den Ampelsignalen. In dieser Situation ist das Fahrzeug nicht in der Lage, von sich aus richtig zu entscheiden und soll das auch nicht tun. Die Fahrzeugsensorik (Lidar-Technologie, Kameras oder Radar) macht Hindernisse aus, erkennt Ampelzeichen und möglicherweise auch einige Handzeichen. Aber in der geschilderten Situation ist die menschliche Urteilskraft gefragt, insbesondere auch, um sicher zu verstehen, wie andere Verkehrsteilnehmer reagieren, und eine Entscheidung zu treffen, die der Kombination aller Faktoren gerecht wird. Mit SAM an Bord kann das autonome Fahrzeug erkennen, in welcher Situation es nicht länger sinnvoll ist, eine eigene Lösung zu entwickeln. So wie in der Beispielkonstellation. Deshalb würde das Auto sicher zum Stehen kommen und den Kontakt zur Kommandozentrale herstellen. Dort würde die Anfrage an den nächsten Mobilitätsmanager geleitet werden. Bilder und durch die Sensoren erfasste, an die Zentrale weitergeleitete Daten machen eine Beurteilung der Situation und die Durchführung des angemessenen Fahrmanövers möglich. In diesem Fall die Umfahrung der Gefahrenstelle nach den Anweisungen des Polizisten und unter Ignorierung der Ampelzeichen. Der Mobilitätsmanager zeichnet die richtige Fahrspur dazu in Form einer virtuellen Line vor. Sobald das Handzeichen des Polizisten erfolgt, gibt der Mobilitätsmanager das „Go“ zur Weiterfahrt auf der vorgezeichneten Route. Sobald die Situation erfolgreich gemeistert ist, setzt das Fahrzeug seine Fahrt autonom fort, und der Mobilitätsmanager kann sich anderen Fahrzeugen widmen, die Hilfe brauchen. Die Umfahrung der Gefahrenstelle wird umgehend in einer Cloud abgespeichert, mit Hilfe künstlicher Intelligenz bewertet und, wenn es Sinn macht, an alle Fahrzeuge der assistierten Flotte, die im Bereich des Ereignisses unterwegs sind, gemeldet. Der Bereich kann dann entweder umfahren oder mit weniger Assistenz als beim ersten Fahrzeug durchfahren werden. Da das System durch Erfahrung lernt und sich autonome Technologien verbessern, sind in Zukunft weniger Mobilitätsmanager notwendig, um mehr Fahrzeuge zu überwachen. Grundsätzlich bestimmen mehrere Faktoren, wie viele Manager notwendig sind: Dazu zählen das Verkehrsaufkommen im Einsatzbereich und die jeweilige Serviceleistung wie etwa Taxi- oder Shuttle-Dienste sowie Versand-Services. Die NASA VERVE-Technologie (Visual Environment for Remote Virtual Exploration) zur Visualisierung und Überwachung der Erkundungsroboter war der Ausgangspunkt für die SAM-Plattform von Nissan. Die Roboter der NASA nutzen autonome Technologien, um Hindernisse zu umgehen und sichere Wege durch unerforschte und unsichere Umgebungen zu berechnen. Wo das Terrain autonome Entscheidungen schwierig macht, geben Supervisor der NASA die gewünschte Route vor und übermitteln die Koordinaten an den Roboter. Zurück auf der Erde, ist SAM nicht nur ein System für Nissan Modelle, sondern explizit eines für alle Fahrzeuge, die am Verkehr teilnehmen. „Unser Ziel ist eine Änderung der Verkehrsinfrastruktur“, sagt Maarten Sierhuis, ehemals Wissenschaftler bei der NASA und heute Direktor des Nissan Research Center in Silicon Valley. „Wir wollen die Zahl der Unfallopfer reduzieren, wir wollen Verkehrsstaus verringern. Dafür brauchen wir eine enorme Anzahl von vernetzten Fahrzeugen im Feld. Was uns bei Nissan antreibt, ist eine Lösung für ein zukünftiges innovatives Verkehrssystem zu finden und zwar nicht erst in 20 Jahren, sondern jetzt.“ „SAM ist nicht allein eine Demonstration der Übertragung von Raumfahrttechnologie auf die Automobilindustrie. Denn die Anwendung der Forschung und die sich daraus ergebenden neuen Aspekte nutzen auch der Raumfahrttechnik – etwa in Form zusätzlicher Anwendungsmodi für die Erforschung von Systemen für unbemannte Flugzeuge. Ein perfektes Beispiel für Technologie, die buchstäblich die Forschung vorantreibt und zukünftige Weltraummissionen ermöglicht “, sagte Eugene Tu, Center Director des NASA Ames Research Center. Das Rückgrat von SAM ist Interaktion von Mensch und Maschine als Team. Ziel ist es keinesfalls, den Menschen aus dem System zu entfernen, sondern die menschliche Intelligenz strategischer zu nutzen, um ein größeres System autonomer Mobilität zu unterstützen und in Folge die künstliche Intelligenz der Fahrzeuge in Echtzeit zu verbessern. Ohne SAM würden die betroffenen Fahrzeuge stranden, Staus verursachen, zur Verunsicherung aller beitragen und ihr Ziel nicht erreichen. Mit SAM können sich autonome Fahrzeuge nahtlos in den Verkehr und in die Gesellschaft integrieren. SAM ist mehr als ein Komfortfeature — es ist aus Sicht von Nissan ein notwendiger Bestandteil von Systemen aller autonomen Fahrzeuge. Ohne eine derartige Technologie wird die Integration autonomer Fahrzeuge in die Gesellschaft schwierig sein. Mit anderen Worten steht SAM als Synonym für einen entspannten Umgang der Verbraucher mit autonomen Fahrzeugen. An einem einzigen Tag werden autonome Fahrzeuge zu tausenden in Situationen geraten, die keinesfalls autonom gelöst werden sollten. SAM wird auch für Unternehmen verfügbar sein, die autonome Fahrzeug-Flotten kommerziell betreiben – etwa aus den Bereichen Lieferservice, Taxi-Dienstleistungen und Transportsysteme. Der neue Nissan Leaf: Das nächste Kapitel von Nissan Intelligent Power Auf der CES verkündete Carlos Ghosn weiterhin, dass der neue Nissan Leaf mit der ProPILOT-Technologie ausgestattet sein wird, die autonomes Fahren in einer Spur auf Autobahnen möglich macht. Die nächste Generation des Leaf kommt in naher Zukunft auf den Markt und verkörpert das nächste Kapitel von Nissan Intelligent Power. Der neue Leaf steht für die Kompetenz des weltweiten Branchenführers im Bereich Elektrofahrzeuge. Nissan war 2010 der erste Automobilhersteller, der ein vollelektrisches Automobil auf dem Massenmarkt einführte. Mit über 250.000 Einheiten ist der Leaf das weltweit meistverkaufte Elektrofahrzeug. Mehr als 3 Milliarden Kilometer Fahrleistung stehen zu Buche – eine Strecke wie zum Saturn und zurück. Daraus errechnet sich eine Einsparung von 497.227 Tonnen CO2. Das entspricht einem Äquivalent der jährlichen Emissionen von mehr als 52.000 Haushalten in den USA. Nissan konzentriert sich proaktiv auf unterschiedliche Konzepte zur Elektrifizierung von Fahrzeugen, um das Ziel „emissionsfreie Mobilität” schneller zu erreichen. Durch parallele Entwicklung diverser elektrischer Antriebsstränge und Kraftstoffsysteme können vielfältige Energiequellen genutzt und dadurch unterschiedliche Markt- und Kundenanforderungen erfüllt werden. Zusätzlich zu der Elektrofahrzeug-Kerntechnologie verfügt Nissan über ganzes Spektrum an elektro-basierten Technologien und Komponenten im Portfolio. Dazu zählen e‑Power (serielle Hybride, bei denen zum Aufladen der Batterie ein kleiner Benzinmotor genutzt wird) und e-Bio-Brennstoffzellenfahrzeuge. Der neue Nissan Note e‑POWER wurde im Herbst 2016 in Japan eingeführt und war bereits im November das meistverkaufte Modell auf dem Heimatmarkt. Aber es geht bei emissionsfreier Mobilität nicht nur darum, tolle Autos zu bauen. Nissan hilft bei der Gestaltung eines nachhaltigen Ökosystems mit einem ganzheitlichen Ansatz vom Aufbau einer robusten Ladeinfrastruktur, dem Recycling von Batterien bis zur Einführung von „Vehicle to Grid“-Projekten auf der ganzen Welt. Nissan hat mit lokalen Regierungen, Kooperationen und anderen Einrichtungen Konzepte zur Schaffung von EV-Lade-Infrastrukturen erarbeitet, um die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen zu verbessern und ihre Nutzung zu erleichtern. Derzeit gibt es weltweit mehr als 13.600 CHAdeMO-Schnellladestationen. In den USA beteiligt sich Nissan an DRIVETHEARC, einem Korridor von Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge, die von Monterey bis zum Lake Tahoe in Kalifornien reichen. Unterstützt wurde das Projekt von Japans New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO). DRIVETHEARC soll Langstreckenfahrten mit Elektrofahrzeugen erleichtern und gleichzeitig einen Einblick in die Nutzung von Elektrofahrzeugen und das Fahrverhalten der Kunden ermöglichen. Elektroautos als Teil eines nachhaltigen Energieplans: Batterien von Elektroautos dienen nicht nur zum Fahren – sie können auch als Energiespeicher verwendet werden. Elektroautos als saubere mobile Energiespeicher können künftig eine zentrale Rolle in der Energieversorgung spielen – ein großer Schritt in Richtung einer emissionsfreien Gesellschaft. Zahlreiche so genannter Vehicle to home- (V2H), Vehicle to building (V2B)- oder Vehicle to grid (V2G)-Projekte wurden in Europa, Japan und den USA bereits verabschiedet. Ehrgeizige Pilotprojekte: Bereits 2012 führte Nissan für den japanischen Markt das „LEAF to Home“-System ein. Die Stromversorgung des Haushaltes kann damit über die Batterie des Leaf erfolgen. Sie dient als Zwischenspeicher, kann nachts mit besonders günstigem Strom geladen werden und diesen tagsüber bei Bedarf ins häusliche Stromnetz einspeisen. So lässt sich der Stromverbrauch in Spitzenzeiten senken – wenn Nachfrage und Preisniveau am höchsten sind. Zudem kann sie bei Netzausfällen als Versorgungsquelle dienen und so die Stromversorgung sicherstellen. Seit 2013 testet Nissan außerdem ein „Vehicle to Building“-System am Nissan Advanced Technology Center in Japan. In diesem Projekt tragen sechs Leaf zu einer Reduzierung der Stromkosten bei. Im neuen europäischen Hauptsitz in Paris wird eine Kombination der V2B- und V2G-Technologie ab dem Frühjahr 2017 zum Einsatz kommen. In Japan nutzen jetzt schon ungefähr 4.000 Haushalte ihre Elektrofahrzeuge für ihr Hausenergie-Management; mehrere tausend Elektrofahrzeuge liefern Strom für Gebäude in Japan, den USA und Europa. Auf der hawaiianischen Insel Maui nahmen zum Beispiel rund 600 Besitzer von Nissan Leaf an einem einzigartigen Projekt teil. Untersucht wurde, wie intelligente Stromnetze, erneuerbare Energien und Elektrofahrzeugtechnologien zu einer Gesamt-Energiemanagementlösung zusammengefasst werden können. Erneuerbare Wind- und Solarenergie lädt so zum einen die Batterien der Fahrzeuge. Die in den Batterien gespeicherte Energie wird aber auch zur Versorgung der Insel mit Strom genutzt. Gemeinsam mit weiteren Partnern sammelt und veröffentlicht Nissan die aus diesem Projekt sowie aus einer Vielzahl kleinerer Initiativen – zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem US Verteidigungsministerium, Universitäten und anderen Organisationen - gewonnen Erkenntnisse und leitet daraus Empfehlungen für politische Entscheidungsträger ab. Auch für das „zweite Leben” der Lithium-Ionen-Batterien nach ihrem Einsatz im Fahrzeug hat Nissan Lösungen zu bieten: So versorgt Nissan künftig die Amsterdam ArenA mit Strom. Der japanische Autohersteller, das Energieunternehmen Eaton und The Mobility House unterzeichneten einen Zehn-Jahres-Vertrag zur Notstromversorgung des Fußballstadions mit wiederaufbereiteten Batterien aus dem Nissan Leaf. Mit diesem xStorage System, das gebrauchte Batterien aus Elektrofahrzeugen nutzt und Energie aus Solarzellen oder aus dem öffentlichen Stromnetz speichern kann, erhalten nicht nur Gewerbekunden, sondern auch Privatleute die Möglichkeit, ihre eigene Energienutzung besser zu steuern und dabei verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen. Das für die Amsterdam ArenA entwickelte System verfügt über 280 Batteriepakete aus dem Nissan Leaf und ist damit das größte von einem Gewerbe genutzte Energiespeichersystem in Europa, das wiederaufbereitete Batterien verwendet. Nissan Intelligent Driving: Testreihen mit Gewerbekunden weisen den Weg In Partnerschaft mit dem japanischen Internet-Unternehmen DeNA wird Nissan in diesem Jahr Testreihen mit fahrerlosen Fahrzeugen zur kommerziellen Nutzung starten. Die erste Phase wird in ausgewählten Zonen Japans stattfinden. Im Jahr 2020 wollen dann Nissan und DeNA mit Tests von über 100 fahrerlosen Fahrzeugen für mobile Dienstleistungen im Großraum Tokio starten. Nissan bringt in das Projekt die Erfahrung und das Know-how eines führenden Automobilherstellers ein. Dazu zählt explizit auch die Expertise in punkto autonomer Fahrsysteme. Zu den Prototypen sollen auch Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb zählen. DeNA bringt sein Know-How in Sachen Informationstechnologie in das Projekt mit ein und stellt die online-Plattform für die Mobilitätsdienstleistungen bereit. Die Nissan Premiere für die Entwicklung eines fahrerlosen Automobils geht mit Tests aller Stufen autonomen Fahrens einher, die in den USA, in Europa, Japan und China erfolgen. Autonomes Fahren soll in vier Stufen eingeführt werden. Stufe 1 ist das Fahren in einer Spur auf der Autobahn. Seit August vergangenen Jahres ist diese ProPILOT-Technologie mit Einführung des Modells Serena in Japan bereits verfügbar. Wird sie aktiviert, hält sie das Fahrzeug durch Erfassung und Abgleichung der Fahrspurmarkierungen und aktiven Lenkeingriff mittig in der Spur. Gleichzeitig erfolgt eine permanente Messung des Abstands zum vorausfahrenden Fahrzeug. Auf dem Heimatmarkt haben sich bereits 60 Prozent aller Käufer des Modells Serena für diese Option entschieden. Auch in anderen Modellen wird Nissan diese Technologie künftig anbieten – so auch im Qashqai in Europa im Laufe des Fiskaljahres 2017. Die zweite Stufe beinhaltet den Einsatz auf mehrspurigen Autobahnen. Das System wird dann in der Lage sein, die Fahrbahnen autonom zu wechseln. Eine Einführung ist für 2018 geplant. Mit Einführung der dritten Stufe wird das System den Stadtverkehr autonom bewältigen – vermutlich ab dem Jahr 2020. Die vierte und letzte Stufe steht für die Einführung völlig autonom fahrender und führerloser Fahrzeuge. Konnektivität: Intelligent Driving & Integration Die Renault-Nissan Allianz wird die Entwicklung und den Einsatz von vernetzten Technologien in Fahrzeuge beschleunigen. Das hat Carlos Ghosn jetzt ebenfalls auf der CES bekannt gegeben. Dazu zählt Microsoft Cortana, ein System, das dem Fahrer wie ein virtueller, persönlicher Assistent zur Seite steht. Genutzt werden kann es unter anderem über Cortana Speech Analytics mit einer fortschrittlichen Spracherkennung und einer intuitiven Mensch-Maschine-Schnittstelle. Über Cortana soll sich das Fahrzeug an individuelle Fahrereinstellungen anpassen können, auch an unterschiedliche Präferenzen von mehreren Fahrern eines Fahrzeugs. Die Renault-Nissan Allianz wird die Vernetzung weiterentwickeln und immer neue Dienstleistungen anbieten, so dass die Insassen immer leichter mit ihrer Arbeit und den sozialen Netzwerken verbunden bleiben oder aber sich unterhalten lassen können. Auf das Fahrzeug bezogen werden künftig Echtzeit-Fahrzeugchecks und die rechtzeitige Organisation von Wartungsterminen zum Angebot gehören. Im Herbst 2016 haben die Renault-Nissan Allianz und Microsoft eine mehrjährige Kooperation besiegelt: Die neuen, gemeinsam entwickelten Angebote der Vertragspartner sollen dazu beitragen, das Fahrerlebnis in teilnehmenden Fahrzeugen zu verbessern; das Fahren soll intuitiver, intelligenter unterstützt und unterm Strich entspannter werden. Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht die Weiterentwicklung der Vernetzung und von mobilen Dienstleistungen auf Basis von Azure, Office 365, Cortana und anderen Cloud-Computing-Plattformen von Microsoft. Die Partnerschaft wird es Renault-Nissan ermöglichen, globale Lösungen für die Vernetzung und mobile Dienstleistungen über alle Marken der Allianz hinweg anzubieten. Microsoft Azure Die nächste Generation vernetzter Services für Fahrzeuge wird auf der Cloud-Computing-Plattform Microsoft Azure basieren. Die neuen Angebote sollen Autofahrer noch besser bei der Navigation, bei vorausschauender Wartung sowie bei weiteren Services rund um das Automobil bis hin zu Over-the-air-Updates unterstützen. Bose Sound Management Mit den Sound-Spezialisten von Bose hat Nissan auf der CES ein Soundmanagement-System vorgestellt, das die akustischen Einflüsse in der Fahrerkabine zu sortieren und auf die wachsende Anzahl von hörbaren Informationen zu reagieren, die von Autos der nächsten Generation erzeugt werden. Dabei geht es um Sicherheitsabfragen, Navigationssignale, Warnungen zum Fahrzeugzustand, Sprachnachrichten oder Telefonate. Das System arbeitet mit Bose-eigenen Algorithmen: Über die UltraNearfield-Lautsprecher in den Kopfstützen werden die nicht zum Unterhaltungsprogramm gehörenden Informationen in virtuelle Räume um den Fahrer so platziert, wie es intuitiv am meisten Sinn macht. So wird zum Beispiel ein Navigationsbefehl zum Abbiegen nach links durch das linke Ohr des Fahrers gehört. Und ein Telefongespräch erreicht primär den direkten Empfänger. Nissan wird erster Automobilpartner von „100 Resilient Cities” Nissan beteiligt sich als erster Partner aus der Automobilbranche an dem von der Rockefeller-Stiftung geleiteten Projekt „100 Resilient Cities” (100RC). Die „stressfesten Städte” sollen den physischen, sozialen und ökonomischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts besser gewachsen sein. Von Nissan werden sie unter anderem dabei unterstützt, die Grundlagen für autonomes Fahren, die Nutzung von Elektrofahrzeugen sowie neue Mobilitätsdienstleistungen zu schaffen. „Die größten Veränderungen werden nicht in unseren Fahrzeugen oder in unseren Unternehmen stattfinden“, sagte Ghosn. „Sie finden vielmehr auf der Bühne der Städte dieser Welt statt. Vom Bevölkerungswachstum über die Zunahme älterer Bevölkerungsgruppen bis hin zur Belastung der Verkehrsinfrastruktur stehen die Städte vor Herausforderungen, die zum Teil durch neue Mobilitätsstrategien gelöst werden können. Damit Technologie, Politik und Planung an einem Strang ziehen, müssen Autohersteller und Städte als Partner arbeiten.” Die „100RCs Platform of Partners” ist eine Gruppe von mehr als 90 führenden Unternehmen, Non-Profit-Organisationen und anderen Experten, die kostenlose Tools und Services für die 100 Mitgliedsstädte des Netzwerks zur Verfügung stellen. Sie unterstützen deren Bemühungen, angesichts der physischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts angemessen zu agieren. Gemeinsam werden Nissan und 100RC den Städten dabei helfen, die Grundlage für autonome Antriebe, Elektrofahrzeuge und neue Mobilitätsdienstleistungen zu schaffen. Diese Partnerschaft hat das Potenzial, die Straßen der Stadt umzugestalten, das städtische Umfeld lebenswerter zu machen und Mobilität sicherer zu machen - Kennzeichen einer belastbaren Stadt. „Städte bilden die Speerspitze bei der Bewältigung der weltweit größten Probleme - von Erschütterungen durch Klimaveränderungen bis hin zu Belastungen aufgrund der raschen Urbanisierung und Globalisierung“, sagt 100RC Präsident Michael Berkowitz. „Die Partnerschaft zwischen 100RC und Nissan wird die Städte auf die Einführung neuer Kraftfahrzeugtechnologien vorbereiten. Eine bessere Mobilität für die Bürgerinnen und Bürger macht sie dann umgekehrt langfristig belastbarer für die Herausforderungen der Zukunft.“ In einem ersten Schritt werden Nissan, die Bürgermeister des Netzwerks sowie die Chief Resilience Officers, Koordinatoren im Dienste der Städte, im Jahr 2017 zu zweitägigen Workshops zusammenkommen. Dabei sollen zunächst die dringendsten Probleme zukünftiger Mobilität, neuer Technologien und Dienstleistungen diskutiert werden. Auf dieser Basis wird Nissan dann einen Bericht über erste Erkenntnisse und Lösungsmöglichkeiten erarbeiten und den beteiligten Städten zur Verfügung stellen. In einem zweiten Schritt wird Nissan in konkreten Projekten mit ausgewählten Städten zusammenarbeiten. Dazu zählen Tests mit innovativen Mobilitätslösungen wie autonomes Fahren, fahrerlose Autos und Elektrofahrzeuge. Auch die Planung von Ladestationen und eine Vehicle-to-Grid-Infrastruktur gehören dazu. Städte, die über kein öffentliches Nahverkehrsnetz verfügen, sollen ebenfalls unterstützt werden. Für mehr als die Hälfte der Städte, die sich am Projekt „100RC” beteiligen, sind Mobilität und Nachhaltigkeit Schlüsselfragen bei der Stadtentwicklung im Hinblick auf mögliche Herausforderungen bis hin zu schweren Erschütterungen. Als japanischer Autohersteller, dessen Fertigungsbetriebe vom Erdbeben in Japan betroffen waren, ist sich Nissan bewusst, wie wichtig die Belastbarkeit einer Gemeinschaft in solchen Situationen ist. “Wir laden zum Mitmachen ein: Technologiepartner, E-Kommerz-Unternehmen, Carsharing- und Mitfahr-Agenturen oder Sozialunternehmer – kurz alle, die helfen können, neue Fahrzeuge und Dienstleistungen testen und den Zugang aller zu den neuesten Technologien zu ermöglichen, die ihr Leben verbessern können”, sagte Ghosn.